Mein Mann stieß mich aus einem Hubschrauber, um seine Geliebte zu schützen

Zweiundsiebzig Stunden nach dem Sturz war Elena Voss nicht tot – sie hatte gelandet, gerechnet und begonnen zurückzunehmen, was ihr Mann für erledigt hielt.

Kapitel 11: Marcus lässt das Glas fallen

Marcus Hargrove las die Nachricht einmal. Sein Gesicht veränderte sich nicht. Er las sie zweimal. Die Farbe wich aus seinem Mund.

Beim dritten Mal fiel das Glas. Es entglitt ihm nicht. Männer wie Marcus hatten keine Unfälle; sie hatten Ausgänge, Anwälte, Ausreden und Leute, die darauf geschult waren, Angst Strategie zu nennen.

Die Nachricht glühte auf seinem Telefon wie etwas, das man aus einem Grab gezogen hatte: Sagen Sie Ihrem Mandanten, die tote Frau hat Stimmrechte.

Das Glas traf den Marmor neben seinem Schuh. Ein klarer, heller Laut. Sophia wandte sich vom Fenster ab.

Elenas Saphir blitzte auf, noch bevor sich ihr Gesicht bewegte. „Marcus?"

Er antwortete nicht. Nur zwei Wendungen zählten: Tote Frau. Stimmrechte.

Er hatte Elena fallen sehen, das Wasser sich unter dem Hubschrauber bewegen, hatte auf eine Leiche gewartet, die das Meer nie zurückgab.

Dann die Trauerfeier, der Anzug, Sophias Hand. Trauer, aufgeführt bei weichem Licht.

Tote Frauen verschickten keine rechtlichen Mitteilungen. Tote Frauen kontrollierten keine vierunddreißig Prozent von Valestar.

„Was hast du getan?", fragte Sophia. Nicht geht es dir gut. Nicht wer hat das geschickt. Was hast du getan.

Marcus sah auf ihren Ring. Elenas Ring. Sein erster Fehler: Trophäen dort, wo Zeuginnen sie tragen konnten.

„Nichts, worüber du dir Gedanken machen musst."

Sophias Gesicht verschob sich vorsichtig. Sie hatte zu gut von ihm gelernt. „Warum hat dein Anwalt dann Elenas Namen genannt?"

Marcus stieg über das zerbrochene Glas. „Finde heraus, wer das geschickt hat."

„Es kam von Anwälten, die den Voss-Treuhandfonds vertreten."

„Dieser Treuhandfonds ist inaktiv." „Offenbar nicht."

„Elena ist tot." „Offenbar nicht."

Die Worte trafen wie eine Beleidigung. Marcus blickte durch die Glaswand zurück. Sophia stand, wo er sie zurückgelassen hatte: wach, gefährlich.

Nützliche Frauen waren am einfachsten, solange sie Nützlichkeit für Liebe hielten. Sophia hatte wunderschön geglaubt.

Nun lehrte Elenas Geist sie den Zweifel.

„Was weiß der Vorstand?", fragte Marcus.

„Genug, um Anweisungen zu verlangen. Hargrove hat eine Sicherungsaufforderung erhalten."

„Halte sie hin." „Das sind Direktoren, keine Kellner."

Er beendete das Gespräch. Sophia beobachtete ihn noch immer.

„Ging es um Elena?" „Nein."

„Du hast gesagt, sie sei fort." „Sie ist fort."

„Warum schreibt dann ihr Treuhandfonds an deine Firma?"

„Jemand benutzt ihren Namen." „Wer?" „Jemand, der Geld will."

Gier ließ Frauen in der Öffentlichkeit hässlich wirken; Marcus hatte diesen Trick benutzt.

Sophia blickte auf ihre Perlen. Zum ersten Mal fragte sich Marcus, ob er sie zu schnell geschmückt hatte.

Sein Telefon summte: Valestar-Vorstand hat von Frau Vale eine dringende Klarstellung verlangt.

Sophia erblasste. „Warum ist mein Vorstand darin verwickelt?"

„Weil jemand versucht, dir Angst zu machen."

Sie trat zurück. Stolz und Furcht prallten aufeinander.

„Antworte heute Abend niemandem."

„Marcus", flüsterte Sophia, „lebt Elena?"

Er sah auf das zerbrochene Glas, dann auf sie, dann auf die leuchtende Nachricht.

Er wusste nicht, welche Lüge halten würde.

„Wenn sie lebt, wird sie sich wünschen, sie wäre tot geblieben."

Quer durch die Stadt hörte Elena die Aufnahme ab, die Sophia offen gelassen hatte. Beweise zählten mehr als Genugtuung. Drei Kopien gesichert.